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CDU - Kreisverband Freiburg
 
 
 
 
 
 
 

Leitantrag Gesunde Nahrung
aus der Region

 
 

1. Einleitung

Der deutsche Lebensmittelmarkt ist überfüllt. Ausländische Produkte konkurrieren mit einheimischen Erzeugnissen aus verschiedenen Regionen. Dabei wird oft mit dem Schlagwort "Regionales Produkt" geworben, ohne jedoch dessen Inhalt zu definieren und dessen Werbewirksamkeit genau zu kennen. Dennoch hat die Propagierung regionaler Produkte eine herausragende Bedeutung nicht nur für die Existenzsicherung der regionalen Produzenten, sondern auch für eine ökologisch ausgerichtete Ernährungswirtschaft (z. B. durch Einsparung von Transporten).


Die CDU Freiburg fordert daher die Unterstützung regionaler Produkte. Es bleibt schließlich festzuhalten: "Der Mensch ist, was er isst."
 

2. Global denken – regional handeln

Wir alle haben uns an die permanente Verfügbarkeit aller Produkte gewöhnt. Dies hat den Preis, dass Produkte weite Strecken zurücklegen, um beim Verbraucher anzukommen. Hier sollte bei uns Verbrauchern ein Umdenken einsetzen. Der Speiseplan muss vielmehr regional und saisonal ausgestaltet werden.

Natürlich ist es nicht möglich, alle Produkte aus der heimischen Landwirtschaft zu beziehen. Kaffee, Tee oder Kakao sind hier nur einige Beispiele. Eine Produktion von diesen Produkten ist hier vor Ort nicht möglich.

Die CDU Freiburg setzt sich für einen gerechten Handel mit den Erzeugern dieser Produkte ein. Wir fordern die Intensivierung der Nutzung so genannter "Fair Trade"-Produkte. Die Erzeuger in entfernten Ländern müssen für ihre Arbeit einen gerechten Lohn bekommen.


3. Aus der Region- für die Region

Wir als CDU Freiburg setzen uns entschieden dafür ein, die Produzenten und Konsumenten, bäuerliche Landwirtschaft und Käufer, regionale Produkte und Vermarktung wieder besser zusammenzuführen und zu fördern.

Neben dem traditionellen Markt auf dem Münsterplatz konnten mittlerweile über das Stadtgebiet verteilt 15 weitere Wochenmärkte etabliert werden. Die Verbraucher Freiburgs haben so die Möglichkeit, sich an einem oder zwei Tagen in der Woche direkt vor ihrer Haustüre mit frischem Obst und Gemüse, aber auch Fleisch und Käse aus der Region zu versorgen.

Der Verbraucher profitiert beim Einkauf auf dem Markt in seinem Stadtteil von hochwertigen regionalen frischen Erzeugnissen. Eine längere Anfahrt zum Supermarkt entfällt. Die Märkte bieten vielfältige Angebote, um eine ausgewogene und gesunde, regionale und saisonale Ernährung zu gewährleisten. Beim Marktstand vor Ort hat die Qualität der Produkte ein Gesicht, es wird keine anonyme Massenware verkauft.

Aber auch für die Erzeuger bietet der Verkauf der Waren direkt an den Verbraucher vielfältige Vorteile. Er kann mit der Qualität seiner Waren und seinem Fachwissen werben. Durch den direkten Kontakt wird eine Bindung geschaffen, die auch dem Konsumenten die Möglichkeit der direkten Rückmeldung an den Produzenten ermöglicht. Dieser erfährt die Wünsche der Verbraucher und kann sie unmittelbar in seinem Betrieb umsetzen.

Der Verkauf regionaler Produkte darf jedoch nicht nur auf die Wochenmärkte beschränkt sein, sondern muss auch in unseren Supermärkten und Discountern Einzug finden. Viele große Supermarktketten gehen mittlerweile diesen wichtigen Schritt in die Richtung des Verkaufs regionaler Produkte.

In Zeiten des Klimawandels ist auch dies ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf unsere Versorgung. Ein Apfel aus Chile benötigt bis er auf dem Tisch vor uns liegt etwa zwölf mal mehr Energie als der Apfel von südbadischen Bauern. Vor diesem Hintergrund können wir uns eine solche Energieverschwendung und CO2-Emission nicht mehr leisten.

Essen ist aber nicht bloß reine Nahrungsaufnahme, sondern auch ein Stück Kultur und Lebensqualität. Das wunderschöne Südbaden mit seinen Bergen, Wiesen und Seen wäre ohne unsere Landwirte nicht mehr so wie wir es kennen. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für Freiburg und Südbaden. Dieser wird durch die Landschaftspflege unserer Landwirte erst möglich. Sie halten die Wiesen und Flächen offen.

Aber auch regional typische Tierrassen wie beispielsweise der Vorderwälder werden von unseren heimischen Landwirten und bäuerlichen Betrieben erhalten und gezüchtet.

Die CDU Freiburg setzt sich für den weiteren Ausbau der Wochenmärkte und die Vermarktung regionaler Produkte ein. Es sind weitere Anstrengungen zu unternehmen, um deren Vermarktung hier vor Ort voranzubringen.


4. Vom Wert des Essens

In den vergangenen Jahren hat sich die Mentalität "Geiz ist geil" verstärkt in den Köpfen der Menschen manifestiert. Lebensmittel sollen möglichst so günstig wie nur möglich sein, die Qualität bleibt dabei oftmals auf der Strecke.

Die CDU Freiburg fordert hierbei einen deutlichen Mentalitätswechsel in unserer Gesellschaft. Fleisch sollte nicht auf dem globalen Weltmarkt, sondern auf dem regionalen Bauernmarkt, in Biobetrieben oder in der Metzgerei vor der Haustür gekauft werden. Die Bürgerinnen und Bürger müssen wieder bereit sein, für gute und hochwertige Produkte einen angemessenen Preis zu bezahlen. Nur so können Gammelfleisch-Skandale in Deutschland zukünftig verhindert werden.


5. Ernährungserziehung: Regional und saisonal

Wenn wir beim Einkauf auf die Saison achten, vermeiden wir weite, oft sinnlose Transporte aus fernen Ländern. Letztlich brauchen Lebensmittel, die der Natur zur ungeeigneten Jahreszeit abgerungen werden, auch einen höheren Energie- und Chemikalieneinsatz.

Durch den Kauf von Produkten aus Südbaden vermeiden wir überflüssige Transportkilometer. Vor allem aber sichern wir Arbeitsplätze in der Verarbeitung und stärken damit die Wirtschaftskraft Südbadens. Hohe Qualität landet damit im Einkaufswagen: Heimische Gütesiegel garantieren gentechnikfreie Ernte sowie strenge Kontrollen. Und immer mehr ländliche Vermarktungsinitiativen setzen überhaupt auf die Bioproduktion.

Die CDU Freiburg spricht sich insbesondere für eine verstärkte Ernährungserziehung in Schulen aus. Für Kinder und Jugendliche ist eine vollwertige und schmackhafte Ernährung enorm wichtig. In diesem Lebensabschnitt ist der Nährstoffbedarf aufgrund von Wachstum und Entwicklung relativ hoch. Außerdem werden während der Kindheit und Jugendzeit das Ernährungsverhalten geprägt, Geschmacksvorlieben gebildet und die Grundlagen für die Prävention ernährungsbedingter Krankheiten gelegt. Schon in der Grundschule muss daher ein Bewusstsein für gesundes Essen aus der Region geschaffen werden. Durch gemeinsames Kochen und besonders durch Essen in der Gemeinschaft wird neben der Vermittlung von Sozialkompetenzen auch das Bewusstsein für gesunde Ernährung gestärkt.

Das Thema Essen in der Schule darf allerdings nicht nur auf die Organisation des Mittagstischs beschränkt bleiben. Schülerinnen und Schüler sind eine stark umworbene Klientel der Lebensmittelindustrie. Kompetent verhalten kann sich hier nur, wer einen selbstbewussten Umgang mit seinem eigenen Körper gelernt hat. Hierin liegt eine Zukunftsaufgabe der Schule.

Deshalb fordert die CDU Freiburg den Ausbau der Ernährungserziehung durch das Programm des Ministeriums für Ernährung und Ländlicher Raum Baden-Württemberg, "Bewusste Kinderernährung" (BeKi), an den Freiburger Grundschulen. Auch sollen die Schulküchen und die Mensen der Universität und der Hochschulen in Freiburg noch mehr regionale Produkte verwenden. Dies wird zum großen Teil in den verschiedenen Mensen erfolgreich praktiziert.


6. Gesund leben von regionalen Produkten

Der Kauf von Lebensmitteln ist Vertrauenssache. Die südbadischen Erzeuger wissen das, weshalb ihnen eine verantwortungsbewusste Produktion am Herzen liegt. Dafür erhalten und pflegen sie unsere einzigartigen Kulturlandschaften und schaffen für ihre Tiere artgerechte Lebensbedingungen.

Die CDU Freiburg bittet den Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) zu prüfen, ob eine Kennzeichnung von Produkten aus Südbaden durch eine Einführung eines Herkunftszeichens für südbadische Lebensmittel Sinn macht. Dieses Herkunftszeichen soll durch den (BLHV) verliehen werden, damit die Verbraucher leichter südbadische Produkte erkennen können. Außerdem empfiehlt die CDU Freiburg die Einführung eines Restaurantsiegels, mit dem Restaurants, die überwiegend südbadische Produkte verwenden, gekennzeichnet werden. Hier wäre z.B. der Slogan "Hier wird mit regionalen Produkten gekocht" denkenswert.

Um den Umgang mit regionalen Produkten in der Bevölkerung stärker zu verankern ist auch an einen gesonderten Kurs in der Volkshochschule zu denken. In Seminaren wir "Kochen mit südbadischen Produkten" könnte ein größeres Bewusstsein für die Vielfalt regionaler Waren geschaffen werden. Der BLHV und die Stadt Freiburg sollen durch Aufklärung für regionale Produkte in der Öffentlichkeit stärker werben.


7. Fazit

Die Zukunft unserer Ernährung liegt in der Nutzung regionaler Produkte. Lange Transporte werden vermieden und die Frische und Qualität unserer Nahrung steigt. Wir sind auf einem guten Weg, jedoch hat der Bewusstseinswandel zur Nutzung dieser Produkte erst eingesetzt. Diesen Weg müssen wir weitergehen!

Die CDU Freiburg fordert die Stadt Freiburg auf, noch stärker regionale Lebensmittel zu fördern.