Landwasser
Vorsitzende:
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Elvira Röhrig
Spechtweg 21
79110 Freiburg
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Über den Ortsverband
| Elvira Röhrig | Vorsitzende seit 2006 |
| Matthias Mahler | Vorsitzender von 1998 - 2006 |
Sommerprogramm 2010 des CDU Stadtbezirksverbands Freiburg-Landwasser
Die Stadt Freiburg und der Mooswald – eine jahrhundertealte Beziehung
Bericht von Elvira Röhrig, 1. Vors. der CDU Landwasser In der Tat, bis in die Gegenwart lässt sich diese spannungsvolle
Beziehung verfolgen, sie hat nie ihre Brisanz verloren. Mit der Stadtgründung 1120 wurde Freiburg auch das
Nutzungsrecht am nördlichen Mooswald verliehen. Seit dieser Zeit entwickelte
sich ein enges Abhängigkeitsverhältnis mit vielerlei Nutzungen bis in unsere
Zeit. Aber der Wald war nie abhängig vom Menschen. Stattdessen entwickelte sich
eine Interdependenz – eine gegenseitige Abhängigkeit. Um dieser Interdependenz nachzuspüren, folgten 14 Teilnehmer/innen,
einige sogar angereist aus Gundelfingen, am 14.08.2010 der Einladung der CDU
Landwasser zu einem Rundgang durch den nördlichen Mooswald mit Gisela Maass,
die diese Zusammenhänge auf anschauliche, eindrückliche Weise aufzeigte. Bereits im 13. Jh. wurde im Mooswald gerodet, Felder wurden
angelegt. Im 15./16. Jh. ging die Brennholznutzung zurück, Mast- und
Weidenutzung gewannen an Bedeutung. Die Waldweide wurde für die Rinderherde
genutzt, während die Schweinezucht von der üppigen Eichelmast im Mooswald
profitierte. Bemerkenswert ist, dass Eichen nicht gepflanzt wurden sondern
ihren Weg über die Burgundische Pforte fanden. Wegen der alten Eichen gehört der
größte Teil des Mooswalds zum „Flora, Fauna, Habitat“ Gebiet, das unter dem
Schutz der Naturschutzrichtlinie der Europäischen Union zur Erhaltung der
natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen steht. Ein prachtvolles Beispiel ist die breitkronige „alte Eiche“
aus der Zeit Maria Theresias im 18. Jh. mit einem Umfang von 5,60 m.
Exemplarisch ist hier nachvollziehbar, dass das Holz der Hauptwerkstoff war,
die Energiequelle: wichtig als Bauholz, die Rinde zum Gerben, die Früchte zur
Mast. Erst als die Kohle kam, hat sich die Nutzung verändert. Das Credo von
Frau Maass: Der Wald ist nie statisch, sondern er ist immer in Veränderung
begriffen. Ein Beweis dafür sind die schnell wachsenden Neophyten, die
sich als „Fremdlinge“ seit ca. 1500 aus außereuropäischen Regionen bei uns
angesiedelt haben. Dazu zählen aus Nordamerika stammende Roteichen, 60-jährige
Douglasien und Robinien. Auch wenn diese Bäume ursprünglich keine heimischen
Gewächse sind, warnte Frau Maass vor Vorurteilen. Es gelte, den Blick auf den jeweiligen
Nutzen zu werfen. So sei die Robinie resistent gegen Umwelteinflüsse,
wetterfest und somit z.B. für Spielgeräte geeignet. So ist auch die
Baumzusammensetzung deutlich der Veränderung unterworfen. Auffallend üppig verbreiten sich die spontan eingedrungenen
Neophyten wie Traubenkirschen, Lorbeerkirschen, die Kanadische Goldrute und das
Drüsen-Springkraut, die das Bild des Mooswaldes sehr verändern. Entscheidende Einschnitte erfuhr der Mooswald durch die
starke Flächenbeanspruchung des Waldes nach dem Zweiten Weltkrieg, seit dem
Krieg verlor der Mooswald 300 Hektar. Nach den Stadterweiterungsplänen der
60-er Jahre waren „Entwicklungsbänder“ als Achse von Landwasser nach Westen und
Landwasser Nord geplant. Auf Karten von 1968 wurde ein großer Bedarf mit
sukzessivem Rückgang des Mooswaldes eingetragen, eine Erweiterung der Stadt quasi
als „Megacity“ gekennzeichnet. Die sich später anschließenden Diskussionen über die
Mülldeponien, der jetzige Wolfsbuck, und die Flugplatzerweiterung erregten die
Anwohner und zwangen zum Umdenken. Zudem stieg der Bedarf an Gewerbeflächen
unaufhaltsam. So wurden zur Haushaltssanierung im Eselswinkel 6 ha Land an die
Firma Ikea verkauft und 4 ha an die Firma Möbel Braun. Aus Enttäuschung über
den erneuten Waldverlust wurde 1997 die „Schutzgemeinschaft Freiburger
Mooswald“ e.V. gegründet. So bleibt dem Mooswald zu wünschen, dass mit gebündelter
Kraft sein Lebensraum noch für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Großer
Applaus für die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Frau Gisela Maass.
Eine Galerie mit Bildern des Mooswaldrundgangs ist hier zu finden.



