Klaus Schüle zu 60 Jahre CDU Freiburg
Am 22. Oktober 1945 fand in der Wohnung des Freiburger Publizisten Karl Färber die entscheidende Gründungssitzung der Freiburger Christdemokraten statt, am 3. November erfolgte die Anmeldung bei der französischen Militärregierung.
Schon während des Zweiten Weltkrieges wurde in Freiburg in einem Kreis von Persönlichkeiten aus den Reihen der Universität über die politische Nachkriegsordnung diskutiert, Soziale Marktwirtschaft, aber auch konkret über eine christliche Partei unter Einbeziehung beider Konfessionen. Sofort nach dem Krieg bildete sich ein „Christlicher Arbeitskreis“, der an dieser Zielvorstellung arbeitete. Aber es gab parallel dazu die Bestrebungen des langjährigen Führers des Badischen Zentrums, Prälat Föhr, mit dem Ziel der Wiederbegründung des Zentrums in Freiburg und Baden.Während in Deutschland insgesamt die Union, die CDU, rasch gegründet wurde, gab es in Freiburg und im Badischen eine gewisse Sonderentwicklung. Es gab heftige Auseinandersetzungen.
Im entscheidenden Augenblick hat Erzbischof Conrad Gröber eingegriffen. Aber nicht so, wie man vielleicht hätte glauben können, für das Zentrum, sondern für eine gemeinsame christliche Partei unter Einbeziehung beider christlicher Konfessionen.
Als die Auseinandersetzung auf dem Höhepunkt war, ließ – so die Historiker - Erzbischof Gröber in Parteikreisen streuen, wenn es nicht zu einer Einigung zwischen Zentrumsanhänger und Christlicher Arbeitskreis käme, wäre er bereit, selbst an die Spitze einer neuen christlichen Partei zu treten.
Prälat Föhr musste zurückstecken.
ImageUnd man hat dann den Namen Badisch Christliche Soziale Volkspartei gewählt, da konnten auch die Vertreter des Zentrums mitmachen, in der Hoffnung, diese Partei nachher doch noch in ein Zentrum zu verwandeln. Dazu kamen Bedenken der französischen Besatzung.
Dennoch:Die Umbenennung erfolgte im April 1947 mit 11 zu 8 Stimmen in CDU! Das heißt:Erzbischof Gröber hatte mit seiner Intervention Erfolg!
Konrad Adenauer hat wenige Monate vor seinem Tod eine Kernbefürchtung ausgesprochen, gegenüber einer Reihe von Persönlichkeiten, auch gegenüber seiner Chefsekretärin Anneliese Poppinga.
Die Kernbefürchtung war:Angesichts des wachsenden Fortschritts, der Technik und des Materialismus. Gelingt es, die abendländischen christlichen Grundwerte in unserer Demokratie zu bewahren.
Diese Frage hat ihn umgetrieben.
Es ist die wichtigste Frage, die aktueller denn je ist:
Sie lautet:Wie schaffen wir es, die christlichen Grundwerte in unserer pluralen Demokratie weiter zu vermitteln. Was kann die Kirche tun, was die Politik?
Denn:Zitat Bundesverfassungsrichter a. D:Böckenfoerde. „Die Demokratie lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann“. Es geht zentral um das Wertefundament. Das ist die tiefere Bedeutung des „C“ für die CDU. Deshalb ist und bleibt das „C“ unser Markenzeichen, nicht als sich etwas Besseres fühlen, sondern sich immer wieder klar machend, welchen dienenden Auftrag wir – jeder auf seinem Platz haben.
Dr. Klaus Schüle MdL
Kreisvorsitzender
Rede des Herrn Erzbischof von Freiburg Dr. Robert Zollitsch
Wir kommen, wohin wir schauen (vom 26.Okt.2005)
"Wer von uns hätte Anfang des Jahres gedacht, dass diese Feierlichkeiten - politisch gesehen - in einen solch heißen und spektakulären Herbst fallen würden? Wer hätte geglaubt, dass wir, noch bevor wir im kommenden Jahr einen neuen Landtag für unser Bundesland Baden-Württemberg wählen, die Mietglieder des Bundestags neu zu wählen?" Die komplette Rede Zollitsch
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